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Software & ERP

Software für Schreiner auswählen: Kalkulation, Aufmaß und Umstieg

Schreinerin misst an der Werkbank ein Holzbrett aus und hält dabei ein Tablet; im Hintergrund Maschinen der Werkstatt

Stand: September 2026.

Bei der Suche nach einer Software für Tischler und Schreiner klingt erst mal jedes Angebot gleich: „alles in einem System, spart Zeit“. Dieser Leitfaden geht die Punkte durch, an denen sich Programme im Schreinerhandwerk tatsächlich unterscheiden – Kalkulation, Aufmaß, Zeiterfassung, CAD-Anbindung und Umstieg. Wenn du wissen willst, was WOODPLAN für dein Gewerk konkret mitbringt, steht das auf der Seite Software für Tischler & Schreiner.

Erst die CAD-Frage klären

Der häufigste Denkfehler bei der Auswahl: die Erwartung, ein Programm möge Konstruktion und Kaufmännisches erledigen. Das gibt es praktisch nicht in guter Qualität.

Deine Möbel und Bauteile konstruierst du weiterhin in deiner 3D-Software. Eine Branchensoftware übernimmt alles drumherum: Anfrage, Kalkulation, Angebot, Auftrag, Material, Zeiten, Rechnung. Auch WOODPLAN ist kein CAD-Programm – und das ist eine bewusste Entscheidung, keine Lücke.

Die richtige Frage ist deshalb nicht „kann es CAD?“, sondern: Wie kommen Stücklisten und Maße aus der Konstruktion in die Kalkulation, ohne dass jemand abtippt?

Kalkulation: der Punkt, an dem die meisten scheitern

Im Schreinerhandwerk steckt die Marge in der Kalkulation, nicht im Rechnungslayout. Prüfe deshalb konkret:

  • Ist der Stundenverrechnungssatz hinterlegbar – mit Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag, nicht nur als pauschaler „Stundenpreis“? Den Satz selbst rechnest du vorab aus, etwa mit unserem Stundenverrechnungssatz-Rechner.
  • Gibt es eine Tiefenkalkulation, also Positionen mit eigenen Material-, Lohn- und Fremdleistungsanteilen? Ohne die lässt sich bei Sonderanfertigungen nichts sauber rechnen.
  • Kommt eine Nachkalkulation zurück? Erst der Soll-Ist-Vergleich zeigt, ob der Küchen-Einbau sich gelohnt hat. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Nachkalkulation im Handwerk.
  • Werden Materialaufschläge zentral gepflegt oder in jedem Angebot neu eingetippt? Zum Hintergrund: Materialaufschlag richtig berechnen.

Ein Kalkulationsprogramm, das nur addiert, ist eine Tabellenkalkulation mit Logo. Entscheidend ist der Rückfluss aus der Baustelle.

Rechenbeispiel: warum die Zuschläge den Unterschied machen

Ein Einbauschrank, kalkuliert auf zwei Arten. Gleiche Leistung, gleicher Betrieb:

Position „Pauschal gerechnet“ Mit Zuschlägen
Material (Platten, Beschläge) 1.200 € 1.200 €
Materialaufschlag 15 % – 180 €
Werkstatt + Montage 22 h 22 × 45 € = 990 € 22 × 68 € = 1.496 €
Fahrt und Rüstzeit 3 h nicht erfasst 3 × 68 € = 204 €
Angebotssumme netto 2.190 € 3.080 €

Der Unterschied sind keine höheren Preise, sondern zwei Dinge, die links fehlen: ein Stundensatz, der Gemeinkosten und Gewinn enthält (statt des reinen Lohns), und die Zeiten, die nie auf dem Zettel landen. Genau diese beiden Lücken schließt eine Software, die den Satz zentral hinterlegt und die Zeiten am Auftrag mitschreibt. Die Zahlen sind ein Beispiel – deinen eigenen Satz rechnest du mit dem Stundenverrechnungssatz-Rechner aus.

Aufmaß und Montage: was mobil funktionieren muss

Der zweite große Zeitfresser ist das Abtippen. Maße auf Papier, abends ins Büro, Tippfehler, Nacharbeit. Achte darauf, dass das Aufmaß dort entsteht, wo gemessen wird – und direkt am Auftrag landet, inklusive Aufmaß-PDF für den Kunden.

Zwei Praxisfragen, die in Demos gern übersehen werden:

  • Was passiert im Keller ohne Netz? Eine App, die bei schlechtem Empfang Eingaben verliert, wird nicht benutzt. WOODPLAN puffert Eingaben in einer Offline-Outbox und überträgt sie automatisch, sobald wieder Netz da ist.
  • Können Monteure die App in ihrer Sprache bedienen? In gemischten Teams ist das kein Nebenaspekt – die WOODPLAN-App gibt es in 26 Sprachen.

Zeiterfassung: Pflicht und Kalkulationsgrundlage in einem

Arbeitszeiterfassung ist ohnehin verpflichtend – die Details stehen im Ratgeber Arbeitszeiterfassung im Handwerk. Für den Schreinerbetrieb ist der eigentliche Gewinn aber ein anderer: Nur wenn Zeiten auftragsbezogen erfasst werden, taugen sie gleichzeitig für Lohn und Nachkalkulation.

Frag im Auswahlgespräch deshalb nicht „habt ihr Zeiterfassung?“, sondern: Landet eine gestempelte Stunde automatisch am richtigen Auftrag? Was WOODPLAN hier leistet – mobiles Stempeln mit GPS, Stundenkonto, Urlaub – steht auf der Seite Zeiterfassung.

Material, Lager und Einkauf

Plattenware, Beschläge, Restposten: Im Schreinerbetrieb ist das Lager kein Randthema. Relevante Punkte sind auftragsbezogene Entnahmen, Mindestmengen und die Frage, ob aus dem Bedarf direkt eine Bestellung wird. Details dazu auf der Seite Artikel & Lager und im Ratgeber Lagerverwaltung im Handwerk.

E-Rechnung und Buchhaltung: die Fristen im Blick

Das ist der Teil der Auswahl, der keine Geschmacksfrage ist:

  • Seit 2025 muss jeder Betrieb E-Rechnungen empfangen können.
  • Ab 1. Januar 2027 gilt die Pflicht zum Ausstellen für Betriebe mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz.
  • Ab 1. Januar 2028 für alle inländischen Betriebe im B2B-Geschäft.

Eine Software, die 2026 noch kein XRechnung und ZUGFeRD erzeugt, ist keine Option – auch für kleine Betriebe nicht, denn die Empfangspflicht gilt längst. Alle Fristen im Detail auf der Seite E-Rechnungspflicht, die Anforderungen an revisionssichere Ablage unter GoBD-konforme Buchführung.

Zweiter Punkt: die Übergabe an den Steuerberater. Ein DATEV-Export erspart dir die doppelte Erfassung jeden Monat – siehe DATEV-Schnittstelle im Handwerk.

Kosten realistisch einschätzen

Der Lizenzpreis ist selten der größte Posten. Rechne mit:

  • Einrichtung und Datenübernahme – Kunden, Artikel, offene Posten
  • Schulung – Büro und Monteure getrennt
  • laufende Lizenzen pro Nutzer – und der Frage, ob Monteure volle Lizenzen brauchen oder eine App-Lizenz genügt

Was WOODPLAN kostet, steht transparent auf der Seite Preise.

Umstieg: planbar, wenn die Reihenfolge stimmt

Die größte Sorge ist meist der Wechsel selbst. In der Praxis ist er weniger dramatisch als befürchtet, wenn du zum Jahres- oder Quartalswechsel umstellst, Stammdaten vorher bereinigst und eine Übergangsphase mit beiden Systemen einplanst. Das Vorgehen Schritt für Schritt steht im Ratgeber Handwerkersoftware wechseln; die allgemeinen Auswahlkriterien über alle Gewerke hinweg im Handwerkersoftware-Vergleich.

Checkliste für die Auswahl

  1. Kalkulation mit Gemeinkosten-, Gewinnzuschlag und Tiefenkalkulation
  2. Nachkalkulation als Soll-Ist-Vergleich je Auftrag
  3. Aufmaß mobil, direkt am Auftrag, mit PDF
  4. Zeiterfassung auftragsbezogen, nicht nur als Stempeluhr
  5. XRechnung und ZUGFeRD sowie DATEV-Export vorhanden
  6. App brauchbar bei schlechtem Netz und in der Sprache der Monteure
  7. Klare Aussage zur CAD-Abgrenzung statt Versprechen, alles zu können

Und der wichtigste Punkt: vorher testen, mit einem echten Auftrag aus dem eigenen Betrieb, nicht mit Demodaten.

Häufige Fragen

Brauche ich zusätzlich eine CAD-Software?

Ja, für die 3D-Konstruktion nutzt du weiterhin dein CAD-Programm. Eine Branchensoftware wie WOODPLAN übernimmt die kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben rundherum.

Läuft die Software auf dem Tablet?

Ja. Über die mobile App erfasst du Aufmaß, Zeiten und Fotos direkt auf der Baustelle oder in der Werkstatt. Eingaben werden bei fehlendem Netz gepuffert und später automatisch übertragen.

Worauf muss ich bei der Kalkulation achten?

Darauf, dass Stundensatz, Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag hinterlegbar sind, dass Positionen getrennte Material- und Lohnanteile haben und dass die erfassten Zeiten als Nachkalkulation zurückfließen.

Ist die Software E-Rechnung-tauglich?

Achte darauf, dass XRechnung und ZUGFeRD normgerecht nach EN 16931 erzeugt werden. Die Empfangspflicht gilt seit 2025, die Ausstellungspflicht ab 2027 beziehungsweise 2028.

Wie lange dauert die Einführung?

Mit Datenimport und kurzen Schulungen ist ein geordneter Start in der Regel innerhalb weniger Wochen möglich. Entscheidend ist, die Stammdaten vorher zu bereinigen.

Lohnt sich eine Branchensoftware für kleine Schreinerbetriebe?

Ab wenigen Mitarbeitenden meist ja – weniger wegen der Lizenzkosten, sondern weil Aufmaß, Zeiten und Rechnung sonst dreimal erfasst werden. Die Empfangspflicht für E-Rechnungen gilt ohnehin unabhängig von der Betriebsgröße.

Quellen

Fazit

Die passende Software für Tischler und Schreiner erkennst du nicht am Funktionsumfang auf dem Papier, sondern an vier Dingen: einer Kalkulation, die Gemeinkosten und Zuschläge kennt; einem Aufmaß, das nicht abgetippt werden muss; Zeiten, die am Auftrag hängen; und einer klaren Aussage zur CAD-Abgrenzung. Wer diese Punkte vorher prüft und mit einem echten Auftrag testet, trifft eine Entscheidung, die Jahre hält. Mehr zur Software fürs Handwerk von WOODPLAN findest du auf der Produktseite.

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