Stand: Juni 2026.
Wer Material nur zum Einkaufspreis weitergibt, verschenkt Geld: Beschaffung, Lagerung, Transport und das Risiko kosten Zeit und Kapital. Der Materialaufschlag deckt diese Kosten und sichert eine Marge. Dieser Ratgeber zeigt, wie hoch er sein sollte und wie Sie ihn berechnen.
Warum überhaupt ein Materialaufschlag?
Material verursacht mehr Kosten als nur den Einkaufspreis: Sie müssen es auswählen, bestellen, lagern, transportieren und vorfinanzieren – und tragen das Risiko von Verschnitt oder Reklamation. All das deckt der Aufschlag ab.
Wie hoch ist ein üblicher Materialaufschlag?
Je nach Gewerk, Materialwert und Aufwand liegen die Aufschläge oft zwischen 10 und 30 %. Bei teurem Material ist der prozentuale Aufschlag tendenziell niedriger, bei Kleinteilen mit hohem Handling-Aufwand höher.
So berechnen Sie den Aufschlag
Verkaufspreis = Einkaufspreis × (1 + Aufschlag in %). Beispiel bei 20 % Aufschlag:
| Position | Wert |
|---|---|
| Einkaufspreis Material | 1.000 € |
| + Materialaufschlag (20 %) | 200 € |
| Materialpreis für den Kunden (netto) | 1.200 € |
Häufige Fehler
- Material zum Selbstkostenpreis weitergeben
- Beschaffungs- und Lageraufwand vergessen
- Bei allen Materialien denselben Aufschlag nutzen, statt zu differenzieren
- Preissteigerungen nicht weitergeben
Tipp: Behandeln Sie Material und Arbeitszeit getrennt. Ihren Stundensatz berechnen Sie separat – siehe Stundenverrechnungssatz berechnen – und kombinieren beides im Angebot.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Materialaufschlag ist angemessen?
Oft 10 bis 30 %, abhängig von Gewerk, Materialwert und Handling-Aufwand. Entscheidend sind Ihre tatsächlichen Beschaffungs- und Lagerkosten.
Darf ich Material teurer abrechnen als eingekauft?
Ja. Der Aufschlag deckt legitime Kosten und Risiken. Wichtig ist eine nachvollziehbare, transparente Kalkulation.
Soll ich den Aufschlag im Angebot ausweisen?
Das ist Ihre Entscheidung. Viele Betriebe weisen den Materialpreis als Gesamtbetrag aus, ohne den Aufschlag separat zu zeigen.
Wie gehe ich mit schwankenden Materialpreisen um?
Mit kurzen Angebotsfristen und einem Vorbehalt bei Preisänderungen. So geben Sie gestiegene Kosten weiter, ohne draufzuzahlen.
Fazit
Ein realistischer Materialaufschlag sichert Ihre Marge und deckt versteckte Kosten. Mit WOODPLAN hinterlegen Sie Materialpreise und Aufschläge zentral – jedes Angebot kalkuliert automatisch korrekt.