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Digitalisierung & Förderung

Fördermittel für die Digitalisierung im Handwerk

Handwerker und Berater geben sich am Schreibtisch die Hand, davor Broschüren zur Förderung der Digitalisierung im Handwerk

Stand: Oktober 2026. Programme, Beträge und Fristen ändern sich. Prüfe die Bedingungen immer bei der jeweiligen Stelle, bevor du einen Antrag stellst oder etwas bestellst.

Du planst die Digitalisierung deines Betriebs und fragst dich, ob es dafür Geld vom Staat gibt? Ja, aber weniger als noch vor zwei Jahren. Dieser Beitrag zeigt, welche Fördermittel für das Handwerk aktuell wirklich offen sind, wie viel es gibt, welche Voraussetzungen gelten und wie der Antrag läuft. Wie du die Digitalisierung selbst angehst, steht im Leitfaden Digitalisierung im Handwerk: Leitfaden für Betriebe.

Das Wichtigste vorab: Die BAFA-Beratungsförderung läuft nur für Anträge bis zum 31.12.2026. Und: In fast allen Programmen darfst du erst anfangen, wenn der Antrag gestellt oder bestätigt ist.

Welche Arten von Förderung gibt es?

  • Zuschüsse: nicht rückzahlbar, für Beratung oder Investitionen.
  • Zinsgünstige Kredite: über Förderbanken, teils mit Tilgungszuschuss.
  • Steuerliche Vorteile: etwa die degressive Abschreibung für Anschaffungen.

Bundesprogramme

BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU

Gefördert wird eine externe Beratung, nicht die Software selbst. Das hilft vor allem bei der Frage, welche Digitalisierung zu deinem Betrieb passt (Digitalisierungsberatung im Handwerk gefördert).

  • Fördersumme: Förderfähig sind bis zu 3.500 € netto Beratungskosten. In den alten Bundesländern (inkl. Berlin) 50 %, also maximal 1.750 €. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin und Leipzig) 80 %, maximal 2.800 €.
  • Umfang: Bis zu 2 Beratungen pro Jahr, insgesamt höchstens 5 während der Richtlinienlaufzeit.
  • Voraussetzungen: KMU (unter 250 Beschäftigte, höchstens 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme). Der Berater muss bei der BAFA registriert und neutral sein. Beratung, die auf den Kauf seiner eigenen Produkte zielt, wird nicht gefördert. Seminare und Workshops sind ausgeschlossen, ebenso Beratungen, die überwiegend Fördermittel behandeln.
  • Antragsweg: ausschließlich online über die BAFA-Antragsplattform. Mit der Beratung darfst du erst nach Erhalt des Informationsschreibens beginnen. Schon der Vertragsabschluss mit dem Berater zählt als Beginn.
  • Frist: Anträge sind nur bis 31.12.2026 möglich. Eine Nachfolgerichtlinie ist uns nicht bekannt.
  • Beihilferecht: De-minimis-Beihilfe (bis 300.000 € in drei Jahren). Beratungen, die ganz oder teilweise mit anderen öffentlichen Zuschüssen finanziert werden, sind nicht förderfähig.

KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung (511/512)

Kein Zuschuss, sondern ein Kredit für Digitalisierungsvorhaben, den du über deine Hausbank beantragst.

  • Fördersumme: Stufe 1 (Basisdigitalisierung) bis 7,5 Mio. € je Vorhaben. Stufe 2 und 3 bis 25 Mio. €. Laufzeiten von 5, 7 oder 10 Jahren.
  • Zuschuss: Nur in Stufe 2 und 3 gibt es einen ERP-Förderzuschuss (bis 5 % des ausgezahlten Kredits, höchstens 200.000 €), und nur im Rahmen der De-minimis-Regeln.
  • Voraussetzungen: Stufe 1 steht nur KMU offen und setzt den KfW-Digitalisierungscheck voraus.
  • Antragsweg: bei einem Finanzierungspartner deiner Wahl (Hausbank oder Sparkasse), vor Beginn des Vorhabens.
  • Frist: keine feste Antragsfrist genannt, das Programm ist offen.

Steuer: Degressive Abschreibung (Investitionsbooster)

Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, gilt die degressive Abschreibung mit bis zu 30 %. Ob Software darunter fällt, kläre mit deinem Steuerberater.

Landesprogramme: Stand und Konditionen

Die Landesprogramme unterscheiden sich stark und laufen oft nur befristet. Diese Programme haben wir geprüft:

Land Programm Fördersumme Status
Bayern Digitalbonus Bayern (Standard/Plus) 50 %, Standard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 € Offen bis 31.12.2027
Nordrhein-Westfalen NRW.BANK.Impuls KI Bis 50 %, max. 25.000 € (nur KI-Vorbereitung) Offen seit 17.08.2026
Baden-Württemberg Digitalisierungsfinanzierung (L-Bank) Darlehen 10.000 € bis 5 Mio. €, Tilgungszuschuss bis 5 % (Stufe 2/3) Offen. Die Digitalisierungsprämie Plus lief am 30.06.2025 aus
Sachsen Digitalisierung Zuschuss (EFRE) 35 bis 60 % je nach Größe, bis 10.000 / 60.000 / 100.000 € Seit 17.07.2026 in vielen Regionen keine Anträge mehr
Hamburg Hamburg Digital Check 50 % der Beratung, max. 7.500 € Offen, Frist bei der IFB erfragen
Schleswig-Holstein Digitalisierung in kleinen Unternehmen (DKU) 40 %, Beratung bis 20.000 €, Umsetzung bis 200.000 € Offen bis 30.06.2027
Hessen DIGI-Zuschuss Hessen Laut Handwerkskammer bis 10.000 € Projekte müssen bis 30.11.2026 abgerechnet sein, Mittel evtl. aufgebraucht
Niedersachsen Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ – Ausgelaufen am 31.12.2025

Bayern: Digitalbonus

Gefördert werden kleine Unternehmen mit unter 50 Beschäftigten und höchstens 10 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme, mit Betriebsstätte in Bayern. Der Antrag läuft online über das ELSTER-Unternehmenskonto bei der Bezirksregierung. Nach der Eingangsbestätigung per E-Mail darfst du auf eigenes Risiko mit dem Projekt beginnen. „Plus“ ist für Vorhaben mit höherem Innovationsgehalt, etwa KI, gedacht.

Nordrhein-Westfalen: NRW.BANK.Impuls KI

Das Programm fördert ausdrücklich die Vorbereitung auf KI-Anwendungen (Beratung, Tests) und nur begrenzt Lizenzen oder Hardware. Für die allgemeine Digitalisierung deines Büros ist es nicht gedacht. Der Antrag läuft über das Online-Portal der NRW.BANK.

Baden-Württemberg: Digitalisierungsfinanzierung

Die Zuschussvariante der Digitalisierungsprämie Plus ist am 30.06.2025 ausgelaufen. Seit dem 01.07.2025 gilt die Digitalisierungsfinanzierung der L-Bank, ein Darlehen mit Tilgungszuschuss, das du über die Hausbank beantragst.

Sachsen: Digitalisierung Zuschuss

Mindestkosten 5.000 €, bei Tarifbindung 10 % Zuschlag. Seit 17.07.2026 sind in den Regionen Dresden, Chemnitz, Bautzen, Görlitz, Meißen, Erzgebirgskreis und Zwickau keine Anträge mehr möglich, offen bleiben Leipzig, der Landkreis Leipzig und Nordsachsen. Der Vorhabenbeginn darf nicht vor der Bestätigungsmail zum Antrag liegen.

Hamburg, Schleswig-Holstein und Hessen

Der Hamburg Digital Check fördert Beratungen zu digitalem Wandel (ausdrücklich auch für das Handwerk), Antrag über das eAntrag-Portal der IFB. In Schleswig-Holstein setzt das Programm laut Förderdatenbank go-digital-lizenzierte Berater voraus. Da go-digital ausgelaufen ist, frag vor dem Antrag bei der Bewilligungsstelle nach. In Hessen gibt es eine Zufallsauswahl, Projekte müssen bis 30.11.2026 umgesetzt und abgerechnet sein.

Andere Bundesländer haben wir nicht einzeln geprüft. Frag bei der Förderbank deines Landes oder deiner Handwerkskammer nach und schau in die Förderdatenbank des Bundes.

Was es nicht mehr gibt

  • Digital Jetzt (Bund) endete zum 31.12.2023, go-digital zum Jahreswechsel 2024/2025. Einen direkten Nachfolger des Bundes gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht.
  • Digitalbonus Niedersachsen lief am 31.12.2025 aus, die Digitalisierungsprämie Plus in Baden-Württemberg am 30.06.2025.
  • Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk endet laut ZDH 2026.

Handwerkskammer: Beratung oft kostenlos

Viele Handwerkskammern haben eigene Digitalisierungsberater, die Mitgliedsbetriebe kostenfrei beraten, zum Beispiel bei der Auswahl einer ERP-Software. Das Angebot ist je Kammer unterschiedlich. Ruf bei deiner an, bevor du eine bezahlte Beratung beauftragst.

Rechenbeispiel: So könnte eine Förderung aussehen

Ein Elektrobetrieb mit 12 Mitarbeitenden in Bayern investiert rund 12.000 € in Lizenzen, Einrichtung und Schulung (Lizenzkosten von WOODPLAN: Preisseite). Der Digitalbonus Bayern (Standard) zahlt 50 %, also 6.000 €. Wenn der Betrieb die Auswahl von einem neutralen, BAFA-registrierten Berater begleiten lässt (Honorar 3.500 €), erstattet die BAFA 50 %, also 1.750 €.

Wichtig: Beide Programme dürfen nicht dieselben Kosten fördern, und die BAFA fördert keine Beratung, die mit anderen Zuschüssen finanziert wird. Kläre die Kombination vorab mit den Bewilligungsstellen. Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel, kein Anspruch.

So gehst du vor

  1. Lege das Vorhaben fest und hole bei Beratungsbedarf zuerst das kostenlose Angebot deiner Handwerkskammer ein.
  2. Prüfe, welche Programme für dein Bundesland und deine Betriebsgröße offen sind (Tabelle oben, Förderdatenbank).
  3. Kläre den Zeitpunkt: Bei der BAFA darfst du erst nach dem Informationsschreiben beginnen, bei der KfW stellst du den Antrag vor Vorhabenbeginn über die Hausbank, in Bayern und Sachsen darfst du ab der Eingangs- bzw. Bestätigungsmail starten.
  4. Stelle den Antrag, warte die Bestätigung ab, und beauftrage erst dann.
  5. Hebe Rechnungen und Nachweise auf. Viele Programme verlangen einen Verwendungsnachweis.

Häufige Stolpersteine

  • Vertrag unterschrieben oder bestellt, bevor der Antrag gestellt oder bestätigt war.
  • Auf ein ausgelaufenes Programm gesetzt (Digital Jetzt, go-digital, Digitalbonus Niedersachsen).
  • BAFA-Frist 31.12.2026 übersehen oder Berater nicht neutral bzw. nicht BAFA-registriert.
  • Mehrere Programme für dieselben Kosten kombiniert, obwohl die Richtlinie das ausschließt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Fördermittel gibt es für das Handwerk?

Auf Bundesebene die BAFA-Beratungsförderung (bis 31.12.2026) und den KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung, dazu steuerlich die degressive Abschreibung. Hinzu kommen Landesprogramme, etwa der Digitalbonus Bayern.

Darf ich vor der Bewilligung kaufen?

Das hängt vom Programm ab. Bei der BAFA darfst du erst nach dem Informationsschreiben mit der Beratung beginnen, bei der KfW stellst du den Antrag vor Vorhabenbeginn. In Bayern und Sachsen darfst du nach der Eingangs- bzw. Bestätigungsmail auf eigenes Risiko starten.

Wird auch Software gefördert?

Ja, aber nicht überall. Die BAFA fördert nur die Beratung, Landesprogramme wie der Digitalbonus Bayern auch Investitionen. Der KfW-Kredit kann Digitalisierungsvorhaben finanzieren.

Gibt es „Digital Jetzt“ oder „go-digital“ noch?

Nein. Digital Jetzt endete zum 31.12.2023, go-digital zum Jahreswechsel 2024/2025. Einen direkten Bundes-Nachfolger gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht.

Kann ich mehrere Programme kombinieren?

Nur, wenn dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden und die Richtlinien es zulassen. Die BAFA schließt Beratungen aus, die mit anderen öffentlichen Zuschüssen finanziert werden. Frag vor dem Antrag bei den Bewilligungsstellen nach.

Lohnt sich der Aufwand für kleine Betriebe?

Oft ja, vor allem bei Programmen für kleine Unternehmen wie dem Digitalbonus Bayern. Eine kurze Beratung bei der Handwerkskammer zeigt schnell, ob sich der Antrag lohnt.

Quellen (abgerufen am 01.10.2026)

Fazit

Die Zeit der großen Bundeszuschüsse ist vorbei, aber Beratung (BAFA bis 31.12.2026), KfW-Kredite und einzelne Landesprogramme gibt es weiterhin. Der wichtigste Grundsatz: erst Antrag, dann Auftrag. Wie du die Digitalisierung in deinem Betrieb angehst, welche Bereiche zuerst dran sind und was es insgesamt kostet, zeigt der Leitfaden Digitalisierung im Handwerk: Leitfaden für Betriebe. Und wenn die Entscheidung fällt: Mit WOODPLAN setzt du die digitale Auftragsabwicklung direkt um.

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