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Stundenverrechnungssatz im Handwerk berechnen: Formel, Beispiel & Rechner

Stundenverrechnungssatz im Handwerk berechnen: Formel, Beispiel & Rechner

Stand: Juni 2026.

Den Stundenverrechnungssatz zu berechnen entscheidet im Handwerk über Gewinn oder Verlust: Wer zu niedrig ansetzt, arbeitet bei jedem Auftrag drauf, ohne es zu merken. In diesem Guide finden Sie die Formel, ein vollständig durchgerechnetes Beispiel und einen kostenlosen Rechner, mit dem Sie Ihren Satz sofort ermitteln.

Die Formel auf einen Blick

Stundenverrechnungssatz (netto) = (Personalkosten + Gemeinkosten + Gewinnzuschlag) ÷ Produktivstunden
Brutto = Netto × 1,19 (19 % Umsatzsteuer)

Ihren Stundensatz sofort berechnen

Tragen Sie Ihre Werte ein – das Ergebnis erscheint automatisch:

Der Rechner liefert einen Richtwert. Für eine belastbare Kalkulation sollten Sie Ihre realen Betriebszahlen verwenden.

Schritt 1 – Personalkosten ermitteln

Der Brutto-Stundenlohn ist nur ein Teil. Multiplizieren Sie ihn mit einem Personalkostenfaktor von rund 1,8, um Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Berufsgenossenschaft und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzurechnen.

Beispiel: 22 € Brutto-Stundenlohn × 1,8 = 39,60 € tatsächliche Personalkosten pro bezahlter Stunde.

Schritt 2 – Produktivstunden realistisch ansetzen

Der häufigste Kalkulationsfehler: zu viele Produktivstunden anzusetzen. Von rund 2.080 bezahlten Stunden bleiben deutlich weniger verrechenbare übrig.

Position Stunden/Jahr (ca.)
Bezahlte Stunden 2.080
− Urlaub (30 Tage) −240
− Krankheit (10 Tage) −80
− Fortbildung, Rüst-, Fahrt- und Leerzeiten −460
= Produktivstunden ≈ 1.300

Schritt 3 – Gemeinkosten zuschlagen

Gemeinkosten sind alle Kosten, die nicht direkt einem Auftrag zuzuordnen sind:

  • Miete für Werkstatt und Büro
  • Versicherungen und Beiträge
  • Fahrzeuge und Werkzeug
  • Verwaltung, Software, Telefon

Diese werden als prozentualer Gemeinkostenzuschlag auf die Personalkosten aufgeschlagen – je nach Betrieb oft 25–40 %.

Schritt 4 – Gewinnzuschlag & Umsatzsteuer

Gewinn ist kein Luxus, sondern nötig für Rücklagen und Investitionen. Üblich sind 5–15 %. Zum Schluss wird der Netto-Satz für Privatkunden mit 1,19 multipliziert, um den Brutto-Preis mit 19 % Umsatzsteuer auszuweisen.

Komplettes Rechenbeispiel (Geselle)

Schritt Wert
Personalkosten/Jahr (22 € × 1,8 × 2.080) 82.368 €
÷ Produktivstunden (1.300) 63,36 €
+ Gemeinkosten (30 %) 82,37 €
+ Gewinn (10 %) 90,61 € netto
Brutto (× 1,19) 107,82 €

Was ist ein üblicher Stundensatz im Handwerk?

Laut Erhebungen der Handwerkskammern lag der durchschnittliche Verrechnungssatz zuletzt bei rund 61 € für einen Gesellen und etwa 69 € für einen Meister – je nach Gewerk und Region mit großen Unterschieden. Wichtig: Diese Werte sind Orientierung, kein Ersatz für Ihre eigene Kalkulation.

Häufige Fehler bei der Kalkulation

  • Zu viele Produktivstunden ansetzen
  • Gemeinkosten unterschätzen oder vergessen
  • Keinen Gewinn einkalkulieren
  • Den Satz jahrelang nicht an gestiegene Kosten anpassen

Tipp: Überprüfen Sie Ihren Satz mindestens einmal jährlich. Mehr zur Auftragsbewertung im Beitrag rund um die digitale Rechnungsstellung.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist ein normaler Stundensatz im Handwerk?

Je nach Gewerk und Region liegt der Verrechnungssatz für Gesellen grob bei 55–75 € netto, für Meister höher. Entscheidend ist Ihre eigene Kostenstruktur.

Wie viele Produktivstunden pro Jahr soll ich ansetzen?

Realistisch sind etwa 1.200–1.400 Produktivstunden pro Mitarbeiter und Jahr, nachdem Urlaub, Krankheit, Fortbildung und unproduktive Zeiten abgezogen wurden.

Welcher Faktor gilt für die Personalkosten?

Üblich ist ein Faktor von rund 1,8 auf den Brutto-Stundenlohn, um Arbeitgeberanteile, Sonderzahlungen und Ausfallzeiten abzudecken.

Wie oft sollte ich den Stundensatz anpassen?

Mindestens einmal jährlich und immer dann, wenn sich Kosten wie Löhne, Miete oder Material spürbar ändern.

Fazit

Wer den Stundenverrechnungssatz sauber berechnet, kalkuliert kostendeckend und mit Gewinn. Nutzen Sie den Rechner oben als Startpunkt und hinterlegen Sie Ihren Satz fest in Ihrer Kalkulation – in WOODPLAN fließt er automatisch in jedes Angebot ein.

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